Business News

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16
Sep

Die Stadt im Austausch

Diesen und weitere spannende Artikel lesen Sie online in der aktuellen Ausgabe des Magazins workflow.

Die Stadt von morgen kommuniziert und wächst mit ihren Bewohnern. Davon ist Stadtforscherin Cornelia Dlabaja überzeugt und erklärt auf einem Spaziergang durch die Seestadt, wie und warum genau das hier so gut funktioniert.

Von Sandra Rainer

Wo die Linie U2 endet, hört auch die Anonymität der Großstadt auf: Hier, in der Seestadt kennt und grüßt man sich und kann dem Lärm des Großstadtdschungels für kurze Zeit entfliehen. Und dennoch wurde in diesem Stadtteil aus vollen Händen Urbanität gesät und fleißig gegossen: Hoch gewachsen stehen die modernen Wohnanlagen im Wiener Norden, dazwischen aber viel Platz für Stadtentwicklung und frühsommerliche Spaziergänge. „Wissen Sie was?“, setzt Stadtforscherin Cornelia Dlabaja an: „Bei meinem ersten Besuch hier in der Seestadt im Jahr 2014, waren ringsum nur Felder zu sehen.“ Heute, nur wenige Jahre später, findet man hier gemütliche Restaurants und Modeboutiquen, genauso wie eine Keramikwerkstatt oder einen Hundesalon. Für die Wissenschaftlerin der beste Beweis dafür, wie sich die Seestadt weiterentwickelt. Dlabaja ist studierte Soziologin und Kulturwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Wohnbau- und Stadtforschung, soziale Ungleichheit, Migration, Protestforschung und Stadtentwicklung. Zum Studieren zog es die Wienerin nach Paris, Darmstadt und wieder zurück nach Wien, und auch in die Seestadt: „Im Zuge meiner Forschungsarbeit habe ich phasenweise in der Seestadt gelebt. Insgesamt waren es fünf Monate.“ Warum? „Um Alltag und Innenperspektiven des Stadtteils zu erforschen.“

Von Anfang an dabei. Seit dem Jahr 2008, als Cornelia den Masterplan der Seestadt das erste Mal selbst in den Händen hielt, hat die Forscherin sichtlich einen Narren an diesem Stadtteil gefressen. „Ich wollte wissen, wie dieser Masterplan umgesetzt wird, wie ein neuer Stadtteil aus dem Boden wächst und sich die gegenwärtige Stadtentwicklung vollzieht. Und ich wollte erforschen, wer hier wohnen wird und wie es sich in der Seestadt tatsächlich lebt.“ Gesagt, getan. Dlabaja übernahm die operative Leitung des Besiedelungsmonitorings Seestadt aspern und begleitet gemeinsam mit ihrem Team seit 2015 erstmals für die Stadt Wien wissenschaftlich den Besiedelungsprozess eines neuen Stadtgebiets. Doch was ist es nun, dass das Leben in der Seestadt so attraktiv macht? „Einerseits die Chance, in einen neuen Stadtteil zu ziehen“, so Dlabaja, „andererseits ist es der Wunsch, im Grünen und vor allem mit Blick aufs Grüne zu wohnen.“ Mehr Natur in Kombination mit Urbanität haben sich die Menschen mit Blick auf die Renderings, also den Werbebildern der Stadtentwicklung, versprochen. „Was man damals aber nicht beachtet hat“, wirft die Stadtforscherin ein, „war die Tatsache, dass die Seestadt zu Beginn natürlich noch nicht fertig war und die ersten Bewohner eingezogen sind, während die Baustelle in vollem Gang war.“ Hippe Cafés oder tolle Shops? Gab es damals natürlich noch nicht. Die Folge: Die Erwartungen an eine grüne, urbane Oase wurden nicht sofort erfüllt. Die Kritik an der Seestadt flammte langsam auf. Menschen vergessen oftmals den Faktor Zeit, der bei der Stadtentwicklung eine ganz wesentliche Rolle spielt, hebt Dlabaja hervor: „Dieser Stadtteil ist nach wie vor im Werden!“ Stadtplanung sei vergleichbar mit frisch gesätem Gras. „Dieses braucht nun einmal Zeit zum Wachsen, so wie die Stadt selbst und die Nachbarschaft eben auch“, erklärt sie, während wir am Hannah-Arendt-Platz vorbeikommen. Die Soziologin zeigt auf die gegenüberliegenden Restaurants: „Man muss diesem Projekt einfach Zeit geben.“ Bis 2017 wurde kritisiert, dass es zu wenig gastronomisches Angebot gäbe. Heute laden hier hübsche Restaurants wie das Portobello oder das See22 nebenan zum Verweilen ein. 

Vorausschauendes Denken. Aber, verrät die Expertin, es gebe schon eine Besonderheit, die bereits von Anfang an da war – und zwar die gemanagte Einkaufsstraße. „Die Bewohner waren von Anfang an mit den Dingen des Alltags versorgt. Es gab einen MiniSupermarkt, der sich jetzt zur beliebten Bäckerei Leo gemausert hat. Aber auch die Bank und weitere Shops, bei denen man schon immer Dinge für den täglichen Bedarf gefunden hat.“ Es ist dieses vorrausschauende Denken und Planen, das man laut Dlabaja bei der Stadtentwicklung jedenfalls über das Erreichen von Umsatzzielen stellen sollte. „So etwas, für die damals nur rund 500 Menschen mit Aussicht auf wenig Umsatz, aufzubauen, ist nicht einfach, aber dennoch notwendig, um weitere Bewohner und auch Unternehmen anzulocken.“ Für Dlabaja ist die Seestadt ein Stadtteil, der sich immer weiterentwickelt und auch von seinen Bewohnern und Nutzern lernt. Denn sie sind es schlussendlich, die den Stadtteil mitgestalten. „Es gibt Bewohner, die hier wirklich jahrelang gemeinsam mit Planern in Baugruppen mitgearbeitet haben“, berichtet sie. Ganz oben auf der To-do-Liste: Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das sticht beim Schlendern durch die einzelnen Wohnhäuser sofort ins Auge. An jeder Ecke sprießt und gedeiht es und „hoch oben auf dem Dach einiger Gebäude findet man Gemeinschafts-Hochbeete“, erklärt Dlabaja, während sie auf die oberste Etage eines Hauses zeigt. Sieht man sich in der Nachbarschaft um, so könnte man fast meinen, einen Hauch von Dorfromantik zu spüren. Kinder, die in ihrer Sandkiste spielen, freilaufende Katzen, und ältere Damen, die im Gemeinschaftsgarten hinterm Haus fröhlich vor sich hin garteln. Stichwort: Garten – unsere nächste Station. „Der Seestadtgarten ist tatsächlich schon vor der Besiedelung des Stadtteils entstanden.“ Dort wird seit 2011 ökologisch gegärtnert und für biologische Vielfalt im urbanen Stadtteil gesorgt. Aufgrund der Baustellentätigkeiten musste der Garten 2014 in den Südwesten siedeln. „Noch etwas, das die Seestadt von heute und auch morgen ausmacht: ihre wandernde Infrastruktur“, erklärt Dlabaja. 

Einmal hier, einmal dort. Denn „typisch für diesen Stadtteil ist, dass viele Geschäfte zuerst als kleine Pop-up-Stores in Erscheinung treten, ehe sie sich zu größeren Unternehmungen weiterentwickeln“, erklärt die Forscherin als wir von der Ferne die zuvor schon erwähnte Bäckerei Leo entdecken. Ein Vorzeigebeispiel, wie wandernde Infrastruktur funktioniert. „Zuerst als Mini-Store konzipiert, ist sie nun einer der Treffpunkte für die Seestädter.“ Oder auch „das Studentenwohnheim, das als temporäre Lösung für eine bestimmte Fläche gedacht war“. Werden diese Flächen anderwärtig benötigt, so werden die dort platzierten Einrichtungen an einen anderen Standort übersiedelt. So bleiben, laut der Stadtforscherin, sogenannte Möglichkeitsräume erhalten, die je nach Bedarf unterschiedlich genutzt werden können. Eine vielversprechende Herangehensweise, die, so Dlabaja, ein Vorbild für zukünftige Stadtentwicklungsprojekte sein wird. Die vor allem auch neuen Unternehmen die Chance geben soll, sich hier ein Business aufzubauen. 

Nächster Halt: Unternehmen. Wir sprechen gerade über die wirtschaftliche Entwicklung der Seestadt, als wir am Buchladen Seeseiten vorbeikommen. „Ein Paradebeispiel für den Unternehmergeist der Seestadt“, schwärmt die Expertin und schweift kurz in die Vergangenheit ab, denn diese Buchhandlung ist schon von Beginn an Teil der Seestadt“. Einst noch für ihren Mut belächelt, entwickelte sich der auf den ersten Blick unscheinbare Laden zur wohl medial wirksamsten Einrichtung der Seestadt – viel wurde und wird darüber berichtet. Schließlich werden regelmäßig Lesungen veranstaltet und auch prominente Autoren präsentieren hier gern ihre Werke. „Es sind genau diese kleinen Unternehmen, die so wichtig sind – für die Nachbarschaft und das soziale Gefüge.“ Pioniere der Seestadt nennt Dlabaja diese Unternehmen. „Sie machen anderen Mut, sich ebenfalls hier anzusiedeln.“ Aber: Wie konnten sie so erfolgreich werden? „Weil sie ständig mit der Stadt und den Bewohnern mitwachsen.“ Da wären wir also wieder – bei der lernenden Stadt. Unser Spaziergang endet, wo dieses Lernen und Wachsen offensichtlich wird – direkt am See. Selbst die Seestadt-Expertin Cornelia Dlabaja wird bei ihren Spaziergängen an dieser Stelle immer wieder aufs Neue überrascht: „Seht ihr die Häuser auf der anderen Seite des Ufers? Noch nicht allzu lange her, war hier nichts außer Felder.“ So entwickelt sich die Seestadt also ständig weiter. So lange, bis vielleicht auch sie ausgelernt hat? Ob das jemals der Fall sein wird, kann uns selbst Cornelia Dlabaja nicht verraten. Aber die Stadt wird es uns wohl noch lehren.


Expertin Cornelia Dlabaja ist an der Universität Wien am Institut für Europäische Ethnologie als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, wo sie auch ihre Dissertation über aspern Seestadt als Stadtteil im Werden verfasste, für die sie 2021 mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet wurde. Zudem ist sie seit 2015 als operative Leitung eines Forscherteams des Instituts für Soziologie und der FH Campus Wien tätig, das im Rahmen des Besiedelungsmonitorings Wohnen und Wohnerleben in der Seestadt erforscht.
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Foto mit Nachricht: Selfcare isn't selfish
09
Sep

Unternehmer*innen aufgepasst!

Ihre Arbeit fordert Sie täglich? Selbstfürsorge, Selbstführung – Fehlanzeige, keine Zeit? Sie wissen nicht, was helfen könnte oder Sie wieder richtig fit für Ihr Business macht? Dann nutzen Sie die Angebote Ihrer Kolleg*innen in der Seestadt, die Ihnen speziell als Unternehmer*innen (aber auch für Ihre Mitarbeiter*innen) kostenfrei beim Gesundheitstag für EPUs/Unternehmer*innen in der Seestadt am 23.09.2022 von 08.00 – 20.00 Uhr zur Verfügung gestellt werden.

Reinschnuppern und ausprobieren

Ob ein Gesundheitscheck in der Apotheke, eine Bioimpendanzmessung (Köperfettmessung), Vorträge zu Themen wie Resilienz, eine Fußanalyse, ein Probe-Coaching zu unterschiedlichen Themen oder Schnupperbehandlungen – alles ist möglich.

Wie?

Jetzt Programm durschauen und gleich über den Anmeldelink anmelden. Manche Einzeltermine sind bereits vergeben – also gleich loslegen! Nutzen Sie das tolle Angebot Ihrer Kolleg*innen in der Seestadt. Ausprobieren und kennenlernen. Die Anmeldung zu den anmeldepflichtigen Terminen ist bis zum 22.09.2022 möglich. 
 
Veranstaltung am: 23. September 2022
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Das neue Multitalent an der U2 Seestadt
06
Sep

Das neue Multitalent an der U2 Seestadt

Auf dem Baufeld J6 vis-a-vis des HoHo Wien – unmittelbar am östlichen Ausgang der U2 Station Seestadt – wird ein neuer Leuchtturm der Seestadt entstehen. Die „J6 Projektentwicklungs GmbH“, eine Tochtergesellschaft der ARE, startet nun den Architekturwettbewerb für ein anspruchsvolles, vielseitiges Gebäudeensemble, dessen höchster Bauteil bis zu 25 Geschoße hoch werden darf.

Gemeinsam mit dem 84 Meter hohen Holzhybrid-Hochhaus HoHo Wien (J5B) und dem Pier 05 (H5) an der Seestadtpromenade am nördlichen Seeufer wird J6 einen „Hochhaus-Dreiklang“ bilden, der das Profil der Seestadt maßgeblich prägen wird. Auch für das Projekt Pier 05 startet in Kürze ein „Hochhaus-Wettbewerb“.

Vielfältiger Nutzungsmix

Das Projekt auf dem Baufeld J6 ist Teil des „Seeparkquartiers“, welches einen starken Business-Schwerpunkt hat und über die U2 sowie mehreren Buslinien öffentlich angebunden ist.

Das Ensemble wird hochwertige Gewerbe- bzw. Büroflächen mit Gastronomie im Erdgeschoß sowie Veranstaltungs- und Konferenzräumen kombinieren. Eine Sammelhochgarage ist ebenfalls Teil des Konzepts. Wie in der Seestadt üblich, wird diese auch das angrenzende Grundstück mitversorgen und mit Impulsflächen im Erdgeschoß Platz für nichtkommerzielle Nutzung schaffen.

klimafit + nachhaltig

J6 wird äußerst nachhaltig und energieeffizient. Wie alle Seestadt-Gebäude muss es nicht nur höchsten Nachhaltigkeitsstandards im Rahmen des TQB-Monitors der ÖGNB entsprechen – aktuell sind das mindestens 800 von 1.000 möglichen Punkten.

Mit aspern klimafit führte die Seestadt vor kurzem einen zusätzlichen Standard ein, mit dessen Hilfe Gebäude geplant werden, die den CO2-Fußabdruck seiner Nutzer*innen reduzieren. Entsprechend wichtig wird es für die Planer*innen im Wettbewerb sein, dass auf J6 nicht nur besonders energieeffizient gebaut, sondern auch ein Maximum an erneuerbarer Energie selbst lokal produziert wird, z.B. über Tiefensonden und Photovoltaik.

Die Seestadt-Hochhäuser

Im 2007 beschlossenen und inzwischen aktualisierten Masterplan für aspern Seestadt wurden einige wenige Zonen definiert, an denen Hochhäuser – also Gebäude über 35 Metern Höhe – errichtet werden dürfen und sollen. Sie sind „Landmarks“, die dem neuen Stadtteil ein Relief verleihen und für bestimmte Zonen „identitätsbildend“ wirken. Vor allem im Norden am Vorplatz des Bahnhofs Aspern Nord, am Schnittpunkt der Achsen am Nordufer des Sees und im Süden in der Nähe der U2-Station Seestadt.

Höhe bringt aber nicht nur Sichtbarkeit. Die Hochhäuser in der Seestadt sind immer Teil eines größeren Baufelds oder Ensembles und in eine Sockelbebauung eingebettet. Die unterschiedlichen Niveaus schaffen gleichzeitig eine belebte Stadtsilhouette und räumliche Bezüge, die auch aus der Fußgängerperspektive erfassbar sind. Es entstehen (halb-)private Freiräume und Platz für Grünflächen am Dach aber auch die geeigneten Ebenen für unterschiedliche Nutzungen.

Diese Strategie bringt auch praktische Vorteile: Durch den Sockel und die unterschiedlichen Gebäudehöhen wird z.B. der Windkomfort auf der Straße verbessert, weil die bei Solitären oft problematischen Fallwinde abgebremst werden.

Weil sie an infrastrukturellen oder städtebaulichen Knotenpunkten positioniert sind, zahlt der Nutzungsmix der Seestadt-Hochpunkte zusätzlich in das Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“ ein.

Und das wiederum ist ein Nachhaltigkeitsbaustein – denn je mehr wir zu Fuß, mit dem Rad oder eben öffentlich unsere Alltagswege zurücklegen können, umso weniger motorisierter Verkehr fällt an.

Wussten Sie übrigens, dass auch das Sammelgaragenkonzept in aspern Seestadt eine wichtige Säule ihrer nachhaltigen Mobilitätsstrategie ist? Geparkt wird hier nämlich zum überwiegenden Teil nicht „flächig“ auf der Straße, sondern eben platzsparend in Quartiersgaragen, was mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen bringt und sich insgesamt sehr positiv auf den Bodenverbrauch auswirkt: Hier ist die Seestadt besonders vorbildlich – mit gerade mal 62 m² verbrauchtem Boden pro Einwohner*in – inklusive Wohnraum, Parkraum, Straßen, Wegen, Infrastruktur und Geschäftsflächen. Der Wert für Gesamt-Wien liegt bei rund 100 m² - und ländliche Gemeinden weisen teilweise einen zehnmal höheren Verbrauch auf!

Hier lesen Sie mehr über Stadtentwicklung & Klimaschutz in der Seestadt.

Der Wettbewerb und die Meilensteine im Projekt

Als Teil des Wiener Qualitätssicherungsprozesses für die Planung neuer Hochhäuser, der im STEP 2025-Fachkonzept Hochhäuser festgelegt ist, wird das Projekt von einer eigens gebildeten und von Stadtplanung, Bezirk und Vertreter*innen des aspern Beirats beschickten Lenkungsgruppe begleitet.

Der EU-weit offene, zweistufige Architekturwettbewerb wird in der ersten Septemberhälfte ausgelobt und soll im Frühling 2023 abgeschlossen sein. Der Siegerentwurf soll als Grundlage für die Erlangung von Bebauungsbestimmungen für das Baufeld J6 dienen. Ziel ist die Fertigstellung des Projekts bis Ende 2027.

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Rendering Gewerbehof Seestadt
25
Aug

„Die Wirtschaft näher zum Menschen bringen“

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Schon in diesem Herbst kann man ihn beziehen: Der Gewerbehof Seestadt als zukunftsträchtiges Pilotprojekt zeigt, wie man die Wirtschaft in ein harmonisches, funktionierendes Stadtquartier integrieren kann.

Von Barbara Wallner

Die Tischlerei, in die ihre Lehrlinge zu Fuß kommen, der Installateurbetrieb in der Nachbarschaft, die Polstermanufaktur, der man zwischendurch einmal bei der Arbeit zusehen kann. Dieses Szenario ist vor allem im städtischen Raum eine Seltenheit. Die Wirtschaft ist für viele von uns ein abstraktes Gebilde, von dem wir in der Zeitung lesen. Wir assoziieren sie nicht mit dem Tischler, der unseren Kasten baut, dem Installateur, der unseren Geschirrspüler anschließt. Die Wirtschaft ist in unserem Zuhause, in unserer Nachbarschaft – und das soll man sehen und wahrnehmen, wenn es nach Rainer Holzer geht, Immobilienchef der Wirtschaftsagentur Wien: „Die Wirtschaft muss wieder näher an den Menschen heranrücken.“ Wer von uns weiß schon so genau, was in unseren Lebensmitteln verarbeitet ist? Wie eine Couch entsteht? Holzer ist das ein Dorn im Auge. Der jahrzehntelange Trend, Wohnen, Produktion und Arbeiten in getrennten und eigens geschaffenen Vierteln stattfinden zu lassen, ist in der modernen Stadtentwicklung längst als Fehler entlarvt. Ein funktionierendes, harmonisches Stadtquartier mischt diese Nutzungen, lässt sie sinnvoll interagieren.

Maßgeschneidert für die Produktion. Hier kommt der neue Gewerbehof der Seestadt ins Spiel: ein Pilotprojekt, das dieses Konzept veranschaulichen und als Vorbild dienen soll. Ansiedeln sollen sich hier vor allem kleinere und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe – Holzer nennt etwa Glasereien, Möbelbauer und Ähnliches als Beispiele: „Wir wollen in unmittelbarer Nachbarschaft ein Dienstleistungsangebot schaffen, das ein neuer Stadtteil einfach braucht.“ Betriebe brauchen ein passendes Umfeld, damit sie sich entfalten können. In der Stadt ist das nicht einfach – entweder begnügt man sich dann mit Notlösungen oder verlässt die Stadt, erklärt Holzer: „Man kämpft mit der heranrückenden Wohnbebauung und teilweise veralteten Gebäudestrukturen. Da ist es schwer, sich weiterzuentwickeln und zu vernünftigen Bedingungen zu wirtschaften.“ Der Gewerbehof denkt die Kombination aus Stadt und Produktionsinfrastruktur völlig neu, so Holzer: „Ein Sorgenkind ist immer die Logistik: Man kann nicht gut parken, muss in zweiter Spur be- und entladen, die Verkehrsanbindung passt nicht. Das macht den Alltag kompliziert und frisst Zeit. Der Gewerbehof wurde von Anfang an für Produktion konzipiert und schafft all diese Probleme aus dem Weg.“ Zur Ausstattung gehören eine Sammelgarage, eine überdachte Ladezone, in der sogar Sattelschlepper Platz finden, Schwerlastaufzüge, großzügige Lagerflächen und eine zentrale Entsorgung von Spezialmüll. Das Gebäude selbst ist auch statisch an die Bedürfnisse von produzierenden Betrieben angepasst, mit entsprechend breiten Gängen für E-Hubfahrzeuge und hohen Deckentraglasten, so dass in jedem Stockwerk produziert werden kann.

Geteilte Fläche ist gesparte Fläche. „Bisher sind Unternehmen – oft mangels Alternativen – auf die grüne Wiese gegangen und haben selbst gebaut. Das kostet Platz“, meint Holzer. Was sich sonst also in die Breite ausdehnt, stapelt man hier – und sagt damit einem weiteren massiven Problem den Kampf an: dem Flächenfraß. Auch Wien werde sich in den nächsten Jahren der Diskussion stellen müssen, wie man den Bedürfnissen einer modernen Stadt gerecht wird, ohne hektarweise Landschaft zuzubetonieren, ist Holzer überzeugt. Mit Konzepten wie dem Gewerbehof sei das möglich, die Betriebe teilen sich Infrastruktur wie Logistikflächen, Sanitäranlagen und Ähnliches. Dem Thema Klimaschutz wird man auch im Bereich der Energie gerecht, so ist die PV-Anlage auf dem Dach eine Selbstverständlichkeit.

Gutes Ausbildungsnetzwerk. Eine funktionierende Wirtschaft braucht Zukunftsperspektiven – und die sind nun einmal abhängig von den Mitarbeitern der Zukunft. „Ganz in der Nähe ist das Berufsschulzentrum, wo Unternehmen ihre Lehrlinge rekrutieren können“, erklärt Holzer. Gleich im angrenzenden Quartier errichtet die Stadt Wien ein neues Zentralberufsschulgebäude für sechs kaufmännische Berufe und die Berufsschule für Baugewerbe. Der Neubau für 7500 Schülerinnen ergänzt dann das Angebot der bestehenden Bildungseinrichtungen in der Nachbarschaft. Dies besteht derzeit aus zwei Bildungscampussen der Stadt Wien, dem Bundesgymnasium am Maria-Trapp-Platz, einer Privatuniversität und der VHS Seestadt. Wirtschaft – insbesondere Produktion – muss man erleben, ist Holzer überzeugt. Gerade im Handwerk gibt es so viel zu sehen. Und der Gewerbehof macht es möglich: In der Erdgeschoßzone sind Schauräume der etwas anderen Art geplant. Hier bewundert man nicht fertige Produkte, hübsch arrangiert und bereit zum Abholen. Nein, die Produktion ist der Hauptdarsteller: „Hier haben wir die Chance zu zeigen, wie Produktion funktioniert und sich entwickelt. Dinge wie 3-D-Druck werden unsere Gesellschaft und unseren Alltag verändern – je früher sich jeder und jede von uns damit beschäftigt, umso besser.“ Wenn man an der Erdgeschoßzone vorbeispaziere, müsse man sehen, dass Industrie keine abgeschottete Geschichte sei, sondern ein lebendiger, sich entwickelnder Bestandteil unseres Lebens.

Gute Anbindung, angenehmes Umfeld. Insgesamt bietet der Gewerbehof Platz für rund 40 Unternehmen, 200 neue Arbeitsplätze sollen hier entstehen. Das bedeutet: 200 Menschen werden einen großen Teil ihres Alltags hier verbringen, werden täglich von ihrem Zuhause zum Gewerbehof pilgern. Unternehmen müssen sich also zwei Fragen stellen: Wie gut ist die Verkehrsanbindung? Und: Fühlen sich meine Mitarbeiter hier wohl? Der Gewerbehof, gelegen in der Sonnenallee 122, ist keine 5 Minuten Fußweg von der U-Bahn-Station Seestadt entfernt, die Mittagspause kann man im Sommer im benachbarten Seepark verbringen. Mit dem Auto ist man in wenigen Minuten auf der A23 und mit der Fertigstellung der bereits in Bau befindlichen Stadtstraße wird die Verbindung noch effizienter sein. Diese wird massiv zur Entlastung von Betrieben und den Bewohnern der Donaustadt beitragen. Die 3,2 Kilometer lange Straße wird teilweise entlang der U2- bzw. der Bahntrasse der S80 und der Regionalbahn nach Bratislava verlaufen und bei Hirschstetten eine Anbindung an die A23-Südosttangente haben. Rund die Hälfte der Stadtstraße wird übrigens unterirdisch geführt, die restliche Strecke ist 2–3 Meter tiefer gelegt.

Pilotprojekt mit Vorbildwirkung. Primär möchte man Handwerk ansprechen – aber nicht nur. Wesentlich sei es, eine produktive, vernetzte Community zu schaffen, erklärt Holzer „Wir wollen keine Branche ausschließen, es soll ein gesunder, interessanter Mix werden.“ Die Flächen werden so übergeben, dass Unternehmen sie genau an ihre Bedürfnisse anpassen können. Die Wirtschaftagentur begleitet diesen Prozess und überprüft auch gleich, ob Förderungen möglich sind. Ist der Gewerbehof einmal etabliert, soll er als Best-Practice-Beispiel positioniert werden, mit Fokus auf den Austausch von Know-how. Schließlich sei es ja nicht das Ziel der Wirtschaftsagentur, nun überall Gewerbehöfe hinzustellen, meint Holzer, vielmehr möchte man Nachahmer finden: „Unser Anspruch ist es, zu zeigen, dass ein solches Konzept funktioniert und zukunftsträchtig ist. So dass die Privatwirtschaft Interesse daran entwickelt, es nachzumachen.“ Schließlich kann die Zukunft nur dann eintreten, wenn alle mitmachen.

Pilotprojekt Gewerbehof
Auf insgesamt 7500 Quadratmetern Gesamtflächeentsteht der Gewerbehof der Wirtschaftsagentur Wien als smartes Gebäude für produzierendes Gewerbe und Handwerk. Flexibel und kompakt sind hier ganze Betriebe unter einem Dach vereint, unterstützt durch kurze Lieferwege, durchdachte Logistik und Flächen zwischen 50 und 500 Quadratmetern, die angemietet und individuell angepasst werden können.
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Luftaufnahme von der Seestadt
22
Aug

In den Medien: Seestadt zeigt die Zukunft des Wohnens

Nach dem Pionierquartier und dem Seeparkquartier wächst mit dem Quartier „Am Seebogen“ das dritte Grätzel der Seestadt. Es folgt innovativen Konzepten für die Nutzungsmischung und sorgt mit Projekten wie dem Gemeindebau NEU, dem „Wohnen & Gewerbehof“, dem Bildungscampus Liselotte-Hansen-Schmidt sowie dem zentral gelegenen Elinor-Ostrom-Park für neue Lebens- und Arbeitsqualitäten. Mit dem Schwammstadt-Prinzip und dem Konzept der kurzen Wege ist das Quartier im Norden außerdem Vorreiter in Sachen Klimaschutz.

Nicht nur die Seestädter*innen wissen das Vorzeige-Quartier zu schätzen, auch die Internationale Bauausstellung Wien würdigt das Quartier „Am Seebogen“ als Teil der IBA_Wien 2022.

Vanessa Haidvogl berichtet in ihrem Kurier-Artikel „Stadtentwicklung: So werden wir in Zukunft wohnen“ über das Quartier „Am Seebogen“ und warum es zeigt, wie die Stadt von Morgen aussehen wird.
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Unternehmer sitzten in der Seestadt im Sesselkreis
16
Aug

Gesundheitstag für EPUs/Unternehmer*innen in der Seestadt

Am Freitag, den 23.09.2022, haben EPUs (Ein-Personen-Unternehmen) und Unternehmer*innen in der Seestadt im Rahmen des Gesundheitstages die Möglichkeit, ihr eigenes Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen und kostenlose Angebote in Anspruch zu nehmen.
 
Es ist eine Veranstaltung von Unternehmen für Unternehmer*innen in der Seestadt. Einen ganzen Tag wird das Thema Gesundheit in den Fokus gerückt, denn dieses ist auch für Unternehmer*innen sehr zentral: Die eigene Vitalität ist wichtig für ein erfolgreiches Unternehmertum. Dadurch können zum Beispiel hohe körperliche Belastungen und Ausfallszeiten vermieden werden, und gleichzeitig ist die Vorbildwirkung gegenüber Mitarbeiter*innen nicht zu unterschätzen – gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Vielfältige Angebote

Aus diesem Grund organisieren „gemeinsam gesund - das gesundheitsnetzwerk der seestadt“, der Unternehmensverein „Gutes aus der Seestadt“ und das Stadtteilmanagement Seestadt aspern gemeinsam mit über 13 Gesundheitsanbieter*innen in der Seestadt ein umfangreiches Programm: Gesundheitschecks, Vorträge, Workshops, Schnuppertrainings und vieles mehr!

Überblick: 23. September ab 8 Uhr:

Bei Angeboten mit *(Sternchen) ist eine Anmeldung hier erforderlich.
Für die Early Birds unter Ihnen gibt es ein Gewinnspiel (siehe unten).

  • Asghar Hashemi Orthopädie- und Maßschuhmachermeister
Angebot: Ganganalyse; Fußfehlstellungsanalyse; Beratung Einlagen & evt. orthopädische Schuhe; Beratung Schuhe
Wann: 9−12:30 & 13:30−18
Wo: Maria-Tusch-Straße 8/1/4-5
 
  • Seestadt Apotheke
Angebot & Wann: Gesundheitscheck (8−18) & Nordic Walking (9−10)
Wo: Maria-Tusch-Straße 12 / Nordic Walking-Treffpunkt VOR der Apotheke

  • Praxis ganz(heitlich) g´sund (Harald Reiter - Dipl. Shiatsu-Praktiker, Schmerztherapeut nach Liebscher & Bracht, Chi Nei Tsang Practitioner)
Angebot & Wann: Stärken stärken – statt Löcher stopfen, Selbst-Coaching-Workshop (10−11 & 17−18); SchmerzFREI Training nach Liebscher & Bracht kurz und bündig erklärt. Hilfe zur Selbsthilfe, Vortragsworkshop in der Kleingruppe* (12−13 & 19−20)
Wo: Maria-Trapp-Platz 1, Top 703

  • Mag.a Sylvia Kosek (Praxis für Psychotherapie, Coaching und Beratung)
Angebot & Wann: Psychische Gesundheit - Vortrag & Austausche* (9−10:30) & Burnout - Verhindern, Erkennen und Behandeln* (11−12:30)
Wo: Barbara-Prammer-Allee 13/Stiege 2/42. Mit dem Lift auf D1
 
  • Susan Zeiner (TCM Ernährungsberatung  - Tuina AnMo - Qigong, Traditionelle Chinesische Gesundheitspflege)
Angebot & Wann: Qigong Workshop „Bewegung nach der TCM“* (9−9:30 & 12:15−12:45) & TCM Ernährungsberatung* (10−12)
Wo: Labyrinthgarten Seestadt (Qigong) / Rest: Maria-Tusch-Straße 2/2/1
 
  • NOY Massage
Angebot: 10 Minuten Kopf / Schulter / Nackenmassage*
Wann: 10−12 & 14−16
Wo: Ilse-Arlt-Straße 39 (Gassenlokal)
 
  • GATE 9 Health Club Fitness- und Wellness Center
Angebot & Wann: Bioimpedanz-Analyse* (11−18); Tageskarte*(11−18); Special Mitgliedsangebot (ganztägig)
Wo: Janis-Joplin-Promenade 26 – Hoho (2. Stock)
 
  • Philip LATTUS (Dipl. Shiatsu-Praktiker, Yogalehrer)
Angebot: Shiatsu-Schnupper-Behandlungen zu 25 Minuten*
Wann: 9:30−15
Wo: Maria Tusch Straße 2, Stiege 1, 4. Stock „Teehaus“ im Querbau
 
  • Mag. Thomas Mayrhofer (Systemische Psychotherapie & Coaching)
Angebot: Schnupper-Coaching*
Wann: 8−12
Wo: Maria-Trapp-Platz 1 / Büro 205
 
  • Yoganotion (Sylvia Regner)
Angebot & Wann: Yoga-Workshop Nackenentspannung* (13−14 & 16−17) & Vorstellung Soul.PUR – Personal Coaching* (15−15:30)
Wo: Gemeinschaftsraum oder Freifläche über der Seeseiten Buchhandlung (Stiegenaufgang seitlich)
 
  • Wiener Städtische Versicherung AG (Manfred Billa, Berater)
Angebot: Alles zu den Themen Betrieb und Absicherung, Haftung und Recht, Betriebliche Vorsorge
Wann: 9−15
Wo: Maria-Tusch-Straße 19
 
  • Stadtteilmanagement Seestadt aspern (Claudia Glawischnig, Vereinbarkeit & Unternehmensnetzwerke)
Angebot: Notfall-Programm für EPUs „Was passiert, wenn was passiert“*
Wann: 10−11
Wo: Hannah-Arendt-Platz 1/2
 
  • Dr. Karin Thudt (Ärztin für Innere Medizin)
Angebot: „Das Herz arbeitet mit! So halten Sie Ihren Herz-Kreislauf gesund und fit“ (Vortrag)
Wann: 10:30−11:15 & 12:30−13:15
Wo: wird noch bekannt gegeben
 
  • Wirtschaftskammer Wien
Angebot: Tipps, wie Sie trotz stressigem Lebensalltag ein gesundes Leben erhalten können. Das Wiener Resilienzmodell: Übungen und Anregungen zur Stressreduktion (Impulsvortrag)
Wann: 11:30−12:30
Wo: Stadtteilmanagement Seestadt aspern (Hannah-Arendt-Platz 1/2, 1220 Wien)

Seien Sie dabei!

Nutzen Sie die Möglichkeit, bei diesem Pilotversuch eines Gesundheitstages für Unternehmer*innen dabei zu sein. Gemeinsam setzen wir durch diesen Tag einen weiteren Meilenstein für den attraktiven Unternehmensstandort in der Seestadt, denn: So geht Vernetzung, so geht Vereinbarkeit, so geht Arbeiten und Leben in der Seestadt. Weil auch die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben ein wichtiges Gesundheitsthema ist. 
 
Das Angebot ist speziell auf Unternehmer*innen bzw. EPUs zugeschnitten und kann von dieser Zielgruppe kostenfrei in Anspruch genommen werden. Das detaillierte Programm finden Sie oben. Anmeldungen sind teilweise hier erforderlich, und zwar überall dort, wo ein Sternchen (*) im Programm vermerkt ist.

Oho, ein Gewinnspiel

Die ersten, die sich zum Gesundheitstag anmelden und teilnehmen, können einen Gutleben-Gutschein der Wirtschaftskammer Wien Personenberatung & Personenbetreuung gewinnen. Das ist ein Gutschein für einen kostenlosen Lebensrollencheck: Analyse Ihrer unterschiedlichen Lebensrollen. Persönliche Bewertung der Zufriedenheit in den einzelnen Lebensrollen sowie Entwicklung von Lösungsansätzen zur Verbesserung der Situation.
 
Veranstaltung am: 23. September 2022
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Mann sitzt an seinem Arbeitsplatz vor seinem Computer.
16
Aug

Unternehmen des Monats: Gorilla Network – a place where ideas grow like trees

Die ersten Schritte unseres Unternehmens des Monats reichen bis ins Jahr 2000 zurück – und seitdem hat es sich stetig weiterentwickelt. Gorilla Network widmet sich einer Vielzahl von Branchen und arbeitet mit ihnen zusammen, um innovative, intelligente und effektive Arbeit zu entwerfen und zu erstellen. Gründer und Inhaber Mario Simic hat uns mehr darüber erzählt.

Was bieten Sie mit Ihrem Unternehmen an?

Frisch, innovativ, dynamisch & persönlich – mit Gorilla Network der Full-Service-Agentur decken wir sämtliche Anliegen der Social-Media-, Marketing- bzw. Werbebranche für unsere Kund*innen ab. Neben direkten Kund*innenprojekten arbeiten wir auch konstant an internen Webprojekten.

Was ist das Besondere an Ihrem Angebot?

Kreativität & Vielseitigkeit. Mit der Zeit zu gehen und für ein erfolgreiches Erlebnis zu sorgen, ist unser primäres Ziel. Wir sehen jedes Projekt als das eigene. Dadurch wird gewährleistet, dass sämtliche Aufträge mit Sorgfalt und Qualität erledigt werden. Bei unseren Inhouse Webportalen ist es uns besonders wichtig, dass diese einen Mehrwert bieten, wie u.a. Shopliste.at – das Verzeichnis für Online Shops aus Österreich.

Warum haben Sie die Seestadt als Unternehmensstandort ausgewählt?

Wir lieben Neues – die Seestadt ist cool & hip. Hier bekommt man Inspiration, Design und die direkte Stadtteilentwicklung bereits auf den Weg ins Headquarter geboten.

Was würden Sie anderen Unternehmen über die Seestadt erzählen?

Flair & Community mit Wiener Schmäh. Die Seestadt ist Wiens persönliches Silicon Valley  mit direkten Anschluss zur restlichen Stadt. 

Kontaktdaten

Gorilla Network e.U.
Sonnenallee 110/2/6
1220 Wien
 
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Innovationskongress 2022 – Digitales Planen, Bauen & Betreiben
10
Aug

Innovationskongress in der Seestadt: Digitales Planen, Bauen & Betreiben

Mit intelligenten Konzepten und Ideen ist die Seestadt bereits Vorreiterin in Sachen klimasensible Stadtplanung, smarte Produktion sowie nachhaltiges Bauen. Mit aspern klimafit, das bereits im Quartier Seeterrassen zum Einsatz kommt, wurden außerdem neue Standards für Gebäude in der Seestadt entwickelt, um diese an die fortschreitenden klimatischen Veränderungen anzupassen.

Nachhaltige Quartiersplanung, Retrofitting und Rückbau sind auch die zentralen Themen beim diesjährigen Innovationskongress „Digitales Planen, Bauen & Betreiben“ von Digital Findet Stadt. Am 15. September präsentieren 150 nationale und internationale Expert*innen in der Seestadt wegweisende Best Practice-Beispiele rund um die Themen Kreislaufwirtschaft, Digital Change und Urban Resilience.

WANN? 15. September, Beginn: 09:30 Uhr, Abendprogramm: ab 18:00 Uhr
WO? ARIANA, Christina-Touaillon-Straße 4, 1220 Wien
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Seeparkquartier mit HoHo im Abendlicht
04
Aug

In den Medien: „Nobelpreis“ für Nachhaltigkeit und Lebensqualität geht an Wien

Nachhaltigkeit und Innovation sind für die Seestadt und Wien eine Selbstverständlichkeit. Auch die Jury des Lee Kuan Yew World City Prize hat das erkannt und Wien mit dem Award für Nachhaltigkeit und Lebensqualität 2020 ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Wahl waren innovative Stadtentwicklungsgebiete wie die Seestadt, der soziale Wohnbau und die Qualität des Wiener Trinkwassers. Nach coronabedingter Verzögerung wurde Bürgermeister Michael Ludwig der Award im Rahmen des World Cities Summit, von 31. Juli bis 3. August 2022, in Singapur übergeben.

Martin Stuhlpfarrer berichtet in seinem Artikel „Wiener Grant und der 'Nobelpreis' für die Stadt“ in der Presse über die Auszeichnung und die Gründe hinter der Entscheidung.
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ROBIN SEESTADT
01
Aug

Altes Wissen für klimaneutrales Arbeiten in der Seestadt

Diesen und weitere spannende Artikel lesen Sie online in der aktuellen Ausgabe des Magazins workflow.

Mit dem Baubeginn von Robin soll in der Seestadt der nachhaltigste Workspace der Stadt entstehen. Dabei treffen jahrhundertealtes Bauwissen und technologische Innovation aufeinander.

Von Ellen Berg

Am Anfang stand eine wichtige Frage: Was können die Architekten und Entwickler eines hochmodernen Gebäudes heute noch von den alten Kirchenbaumeistern lernen? Eine Menge, wenn es um klimaneutrales Bauen geht: „Massive und kompakte Bauweise mit bestmöglicher Speicherfähigkeit und reduzierten Glasflächen in der Fassade waren früher und sind heute immer noch die bauphysikalischen Grundregeln, um mit stark reduzierter Gebäudetechnik ein konstantes Raumklima über das ganze Jahr gewährleisten zu können“, erklärt Martin Feuerstein, Geschäftsführer der 2226 AG. Dessen Gebäudekonzept 2226 wird in Robin zum Tragen kommen und steht für konstante Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad. „Es werden dabei zwei jeweils 38 Zentimeter dicke Ziegel verwendet; darüber kommt innen wie außen ein klassischer Zement-Kalkgrundputz und ein Finish aus Kalkputz“, erklärt er den Aufbau der Wände. Angst vor finsteren Arbeitsplätzen ist dennoch unnötig: „Die raumhohen, innen angeschlagenen Fenster und tiefen Laibungen reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung und gewährleisten trotzdem eine gute Belichtung der Räume“, so Feuerstein.

„Weniger ist mehr.“ Er hat sich mit seinem Konzept für einen „Weniger ist mehr“-Ansatz und gegen den Trend der letzten Jahrzehnte zur technischen Hochrüstung entschieden. Denn dieser und die damit verbundene Haustechnik seien kostenintensiv und halten oft nicht, was sie in Sachen Energieeinsparung und Komfortgewinn versprechen. Außerdem werde die Lebensdauer durch die komplexe Hochtechnisierung tendenziell verkürzt, „da die Architektur ohne die Haustechnik nicht mehr funktionsfähig ist“, so der Architekt. Er setzt stattdessen auf die Nutzung der Wände und Decken als Dämm- und Speichermasse, auf korrekte Verhältnisse von Fassaden- und Fensterflächen, Materialien und Proportionen: „Das ist mit der Rückbesinnung auf alte Bauweisen gemeint“, erklärt er. Mit diesem nachhaltigen Konzept wollen das Immobilienunternehmen Soravia und die renommierten Baumschlager Eberle-Architekten nun den nachhaltigsten Workspace der Stadt schaffen, der mit Nachtauskühlung im Sommer und der Nutzung der thermischen Trägheit und Abwärme im Winter für die durchgehend gut temperierten Arbeitsplätze sorgt. „Es zeichnet sich durch den größtmöglichen Einsatz natürlicher, recyclingfähiger Baumaterialien, einer langlebigen Bauweise gepaart mit smarter Technologie und der Nutzung erneuerbarer Energiequellen aus, welches nahezu ohne Haustechnik auskommt“, freut sich Raphael Lehmann, ESG-Manager der Soravia. Die bei allen geplanten Objekten bereits in einer frühen Phase das am besten geeignete Energiesystem aussucht und einsetzt.

Lernen und Gelerntes. Die Zusammenführung von lang erprobten Bauweisen und darauf abgestimmter Innovationen hat bei Robin schon vor Baubeginn Mieter überzeugt, wie Projektleiter Gerhard-Emanuel Rieger berichtet: „Eines der drei geplanten Gebäude ist bereits erfolgreich vermittelt. 2024 wird die Privatuniversität Schloss Seeburg einziehen und somit vom Mieter im Technologiezentrum Seestadt zum Eigentümer in einem der Bürokomplexe von Robin Seestadt. Ein Teil der Erdgeschoßflächen wird an die Seestädter Einkaufsstraßengesellschaft vermietet, die dort unter anderem einen Gastronomiebetrieb ansiedeln wird. Ab 2024 wird mit gutem grünen Gewissen buntes Leben einziehen – in den Büros sowie mit Gewerbe und Gastronomie in den Erdgeschoßflächen.“

„Inspirierende Heimat“. Womit die Seestadt weiter Menschen und Unternehmen anzieht, die offen für neue Technologien und Konzepte zu klimaresilientem Leben und Arbeiten sind. Was für Lehman gut nachvollziehbar ist: „Die Seestadt steht für Hightech und Innovation, es haben sich bereits eine Vielzahl entsprechender Unternehmen angesiedelt und auch der Ausbildungssektor ist stark präsent. Was innovationsgetriebene Unternehmen anzieht, die in der Seestadt eine junge, wachsende und inspirierende Heimat finden und diese mitprägen möchten.“
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Gruppenfoto der Vertragsabschlusspartner mit Informationenschild
25
Jul

H2-Technologiepartnerschaft in der Seestadt

Unabhängigkeit von fossilem Gas und ein CO2-freies Wien bis 2040 – das sind Ziele, die nur durch gemeinsames Arbeiten und Forschen realisierbar sind. Die Technologiepartnerschaft zwischen Wien Energie, Wiener Netze und der Firma HOERBIGER in der Seestadt ist ein wichtiger Baustein der Wiener Wasserstoff-Strategie.

HOERBIGER liefert essenzielle Komponenten

Der Bau einer Wasserstoff-Tankstelle für Busse in der Leopoldau war bereits erfolgreich. Noch heuer wird in Simmering eine Wasserstoff-Erzeugungsanlage folgen. Im Zuge der Technologiepartnerschaft steuert HOERBIGER das für die effiziente und zuverlässige Betankung nötige Verdichter-Paket bei. Im H2-Testcenter in der Seestadt sind die Testläufe der Prototypen mit wichtigen Komponenten wie beispielsweise Ventilen von HOERBIGER schon in vollem Gange.

„Die Verdichtung von Wasserstoff für emissionsfreie Mobilität ist technisch sehr komplex, weil dafür sehr hoher Druck bis 1.000 bar erforderlich ist. Verdichter-Komponenten für diese herausfordernde Anwendung müssen nicht nur zuverlässig und effizient sein, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Daran arbeiten wir in unserem Forschungszentrum", erklärt Markus Digruber, Head of Innovation and Business Development Division Compression bei HOERBIGER.

 

Technologiepartnerschaft mit Mehrwert für die Seestadt

Durch die Partnerschaft kann im Zuge des Wasserstoff-Projekts mit österreichischen Technologien gearbeitet werden. Zusätzlich werden durch das Projekt Arbeitsplätze geschaffen und Investitionen in Technologien getätigt, die auch für folgende Generationen klaren Mehrwert schaffen.

„Ich bin stolz, dass die Wiener Unternehmen HOERBIGER, Wien Energie und Wiener Netze offiziell eine Technologiepartnerschaft eingehen. Das gemeinsame Forschen schafft eine Win-win-Situation", freut sich Stadtrat Peter Hanke bei der Besichtigung des H2-Testcenters von HOERBIGER.

Grüner Wasserstoff für Wien

Wien soll bis 2040 CO2-frei sein. Die Kooperation zur Produktion von grünem Wasserstoff ist ein wesentlicher Schritt, um zur Erreichung dieses Ziels beizutragen. Der in Wien produzierte Wasserstoff soll in Zukunft vielseitig eingesetzt werden. Schon 2023 sollen die ersten fünf Wasserstoffbusse der Wiener Linien unterwegs sein, 2024 dann die nächsten fünf. Wasserstoff wird aber auch weit über die Mobilität hinaus genutzt. Es wird zudem die Verwendung im Gasnetz für Industrie und Gewerbe, aber auch der Einsatz in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen überprüft.
 

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Im Außenbereich von HABIBI und HAWARA sitzen Unternehmer die der Vortragenden Claudia Glawischnig zu hören
22
Jul

Seestädter Unternehmen vernetzen sich

Im Frühjahr 2022 hat die Initiative des Stadtteilmanagement Seestadt aspern zur Vernetzung der Unternehmen Fahrt aufgenommen. Ziel von Claudia Glawischnig war es, im Zuge ihrer Arbeit im Stadtteilmanagement, die Unternehmen sowohl in der Sockelzone, als auch jene, die in Büros arbeiten und Geschäftskund*innen betreuen, stärker zu vernetzen. Dahinter steht der Auftrag der Wien 3420 und der Stadt Wien, sich um die Wirtschaft/Wirtschaftstreibenden zu bemühen, weil das für den Stadtteil auch ein wichtiger Punkt ist.

Gesagt, getan

Aus diesem Gedanken haben sich bereits einige Stammtische, Business-Frühstücke und Themenmeetings (z.B. der Gesundheitsbetriebe zum Gesundheitstag für EPUs oder der Gastronomiebetriebe zur Stammtischtour „So is(s)t die Seestadt") entwickelt. Zahlreiche Unternehmen  sowohl bestehende, als auch neue  konnten diese Möglichkeiten bereits nutzen, um sich miteinander zu vernetzen.

Business-Frühstück

Die Business-Frühstücke bieten nicht nur jede Menge Möglichkeiten, sich auszutauschen, sondern  sofern gewünscht  auch einen kurzen fachlichen Input. Sie finden immer an einem anderen Ort statt und laden dazu ein, die Seestadt noch besser kennenzulernen. Das nächste Frühstück findet am Dienstag, den 13.09.2022, um 9.30 Uhr statt. Sind Sie dabei?

"Was hackelst du?"-Tour

Austauschformate wie diese sind für Unternehmen enorm wichtig. Denn damit werden in der Seestadt immer mehr Strukturen geschaffen, in denen sich Unternehmen gegenseitig unterstützen und beflügeln und die Arbeiten und Wohnen im gleichen Stadtteil noch besser umsetzbar machen. So haben z.B. die Werbeagenturen bzw. Werbetechniker in der Seestadt beschlossen, sich bei der „was hackelst du?“ Tour gemeinsam zu präsentieren – die unterschiedlichsten Berufsfelder rund um Werbung und Marketing werden so für junge Menschen sichtbar gemacht. An diesem Beispiel sieht man, wie sich Unternehmensvernetzung positiv auf die Seestadt auswirkt. Die "Was hackelst du?"-Tour wird gemeinsam von WAFF, Jugendarbeit SEA, wienwork, greenlab und dem Stadtteilmanagment organisiert. 

Kulinarischer Stammtisch

Ein weiteres Beispiel war der kulinarische Stammtisch „So is(s)t die Seestadt“ – hier präsentierten sich Gastronomie- bzw. Lebensmittelbetriebe in der Seestadt. Während einer Tour durch den Stadtteil konnten die Teilnehmer*innen die Seestadt und ihre Kulinarik gleichzeitig erleben und genießen.

Gesundheitstag für EPUs

Im September wird es eine weitere Gemeinschaftsaktion von Gesundheitsanbieter*innen für die EPUs bzw. kleinen Unternehmen in der Seestadt geben. Frei nach dem Motto: „wer gesund bleibt, muss sich weniger um Auszeiten kümmern – jetzt checken und profitieren!" Die Unternehmer*innen werden eingeladen, an kostenlosen Kurz-Check-ups und Vorträgen rund um Gesundheit, Ernährung, Resilienz teilzunehmen

Gemeinsam wachsen

„Ich will in der Seestadt die Vernetzung der Unternehmen stärken und mit Initiativen dafür sorgen, dass Unternehmer*innen gemeinsam aktiv werden – ich begleite diese Prozesse und stehe mit meiner Expertise zur Seite. Es freut mich umso mehr, wenn diese Initiativen aufgegriffen und nachhaltig weitergeführt werden. So kann Neues entstehen und Bewährtes langfristig wirken  für ein optimales Miteinander. Denn: Wer miteinander arbeitet multipliziert, wer teilt potenziert“, sagt Claudia Glawischnig, die im Stadtteilmanagement Seestadt aspern für Unternehmensvernetzung verantwortlich ist. In der Seestadt gibt es bereits zahlreiche gute Strukturen, wie beispielsweise aspern shopping, den Verein „Gutes aus der Seestadt“ (ein Unternehmensverein) und 'gemeinsam gesund – das gesundheitsnetzwerk der seestadt'. Mit Netzwerken wie diesen lässt sich viel bewegen und auch langfristig umsetzen. Viele Initiativen und Ideen können nur umgesetzt werden, weil es diese Partner*innen gibt. Dadurch kann für Unternehmen und für den Stadtteil viel bewegt werden. 

Machen Sie mit!

Sie sind ein/e Unternehmer*in in der Seestadt und haben Interesse an Vernetzung und Zusammenarbeit? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich bei Claudia Glawischnig zu melden und ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden.
 
Veranstaltung am: 13. September 2022
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